Kreuzweg Station 10: Jesus wird seiner Kleider beraubt

Die Soldaten nehmen Jesus die Kleider fort. Gerade ziehen sie ihm sein Gewand aus. Sie entkleiden ihn. Aller Ehre wird er beraubt. Man erniedrigt ihn. Nackt soll er getötet werden. So wird ihm jede menschliche Würde genommen. Man hat keinen Respekt mehr vor ihm. Übrig bleibt nur noch Verachtung. Jesus aber lässt das Treiben der Soldaten willig über sich ergehen. Er wehrt sich nicht. Aber er schämt sich vor der Schamlosigkeit der Henkersknechte. So versucht er, mit den Händen seine Blöße zu bedecken. Mit seiner Rechten schützt er seine Brust. Mit der Linken hält er ein Lendentuch fest. Alles hat man Jesus genommen.

Er erfährt nur noch Schimpf und Schande. Und trotzdem hält er still. Er, der geschmäht wird, schmäht nicht zurück, denn Menschen können ihm nichts anhaben, der sich ganz im Willen Gottes geborgen weiß.

Bibeltext

Als aber die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch das Gewand. Das war aber ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. Da sprachen sie untereinander: Laßt uns das nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt: »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.« Das taten die Soldaten.

(Johannes 19, 23+24)

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